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Nuhr rückt mit der Wahrheit heraus Dieter Nuhr präsentierte sein neues Programm Während er das Mikro vor den noch leeren Stuhlreihen ausprobierte, sinnierte Dieter Nuhr über die Innenarchitektur des TSV Bayer Sportcenter. „Kann man die weißen Gitter quer zu den Sitzreihen nicht abschrauben? Ich erwarte doch keine Hoooligans." Als dann die restlos ausverkaufte Halle am Samstagabend gefüllt war, fühlte sich aber niemand eingesperrt doch fast alle von dem neuen Programm „Nuhr die Wahrheit" gut unterhalten. Der Kabarettist aus Düsseldorf begann mit der Behauptung, dass sich der genetische Code von Schwein und Mensch nur zu zehn Prozent unterscheide. „Und das macht zumindest bei vielen die Frisur aus." Immer wieder verknüpfte Nuhr skurriele wissenschaftliche Forschungsergebnisse mit philosophischen Fragen und banalen Alltagsbeobachtungen. Besonders seinem Spott ausgesetzt waren Männer und Frauen. Die Betrachtungen zum unterschiedlichen Kaufverhalen zwischen den Geschlechtern, insbesondere bei dem Hosenerwerb von Männern, kennt man allerdings schon von seinem Kollegen Mario Barth fast wortgleich. Thema von Nuhrs Vortrag war auch der Islamismus. Sein Kommentar zu Selbstmordattentätern und dem Umstand, dass deren Familien von Terrororganisationen nach erfolgreichen Anschlägen fürstlich belohnt werden, fiel sarkastisch aus: „Die Wolken ziehn, die Sonne lacht, Yussuf hat sich umgebracht." Dagegen war der Hohn, den unsere Kanzlerin verkraften musste, erträglich. Auch hier war Nuhr sicher nicht der erste, der Angies Freude bei der Fußball-WM auf der Tribüne persiflierte. Auch einen Kalauer speziell für das Dormagener Publikum hatte er parat: „Der Staat zeigt seine Fürsorge, indem er die A 57 zu einer permanenten Baustelle macht." Tiefgang hatte Nuhrs Programm immer dann, wenn er zwischen Teilchenphysik und Bibelinterpretation den Sinn und Unsinn des menschlichen Lebens suchte. Am Ende lässt er die Wahrheit von einem grünhäutigen, dreiäugigen Gott mit österreichischem Akzent im Jenseits verkünden: „Ahornsirip klebt!" Neben wiedergeborenen buddistischen Spreewaldgurgen und Fetzen von islamistischen Terroristen erscheint diese himmlische Feststellung fast schon tröstlich. Das Publikum war von dem Abend begeistert. Westdeusche Zeitung vom 22. Oktober 2007 |